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    Regler einer modernen Heizungssteuerung
    Ratgeber

    Heizkurve richtig einstellen

    Welche Werte üblich sind und woran Sie erkennen, ob Steilheit oder Niveau danebenliegt.

    Was die Heizkurve steuert und woraus sie besteht

    Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur die Heizung bei welcher Aussentemperatur erzeugt. Sie besteht aus zwei getrennt einstellbaren Werten. Ihre Steilheit bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur ansteigt, wenn es draussen kälter wird. Das Niveau verschiebt die gesamte Kurve nach oben oder unten, ohne ihren Anstieg zu verändern. Beide beheben unterschiedliche Fehler. Verwechseln Sie die beiden, drehen Sie am falschen Regler.

    Welche Steilheit passt, hängt zuerst am Wärmeabgabesystem. Fussbodenheizungen geben ihre Wärme über grosse Flächen ab und kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus, übliche Werte liegen zwischen 0,3 und 0,6. Radiatoren haben eine kleinere Oberfläche und brauchen höhere Temperaturen, hier sind je nach Zustand des Gebäudes 1,0 bis 1,6 gängig. Diese Zahlen beziehen sich auf die verbreitete Neigungsskala. Manche Regler führen stattdessen nummerierte Kurven, dann überträgt sich die Logik, aber nicht der Zahlenwert.

    An einer Wärmepumpe wirkt sich die Einstellung stärker aus als an einer Gas- oder Ölheizung. Als Faustregel steigt die Effizienz um rund zwei bis drei Prozent, wenn die Vorlauftemperatur um ein Grad sinkt. Über eine ganze Heizsaison summiert sich das. Am Brennwertkessel fällt der Effekt kleiner aus, ist aber vorhanden, weil tiefere Rücklauftemperaturen die Brennwertnutzung überhaupt erst ermöglichen.

    Anzeichen für eine falsch eingestellte Heizkurve

    • Thermostatventile sind dauerhaft zugedreht, damit es nicht zu warm wird
    • Im Herbst und Frühling zu warm, an Frosttagen dagegen passend
    • In der Übergangszeit angenehm, bei Kälte werden die Räume nicht mehr warm
    • Die Wärmepumpe taktet: viele kurze Laufzeiten statt weniger langer
    • Der Verbrauch liegt über dem der Vorjahre, ohne dass sich die Nutzung geändert hat

    So gehen Sie beim Einstellen vor

    Fünf Schritte, die aufeinander aufbauen.

    1

    Thermostatventile öffnen

    Ein gedrosseltes Thermostatventil überstimmt die Heizkurve. Öffnen Sie die Ventile in den Räumen, an denen Sie sich orientieren, vollständig. In selten genutzten Zimmern dürfen sie zugedreht bleiben.

    2

    Referenzraum wählen und Ausgangswerte notieren

    Nehmen Sie einen Raum, der für Ihre Wohnsituation typisch ist, meist das Wohnzimmer. Halten Sie die aktuelle Steilheit, das Niveau und die dort gemessene Temperatur fest. Ohne diese Ausgangswerte lässt sich später nicht beurteilen, ob eine Änderung etwas gebracht hat.

    3

    Steilheit in Schritten von 0,1 verändern

    Grössere Sprünge überlagern zwei Effekte, sodass sich das Ergebnis nicht mehr beurteilen lässt. Eine Änderung um 0,1 wirkt an einem kalten Tag bereits merklich, an milden Tagen dagegen kaum. Genau deshalb beurteilen Sie die Steilheit auch nur an kalten Tagen.

    4

    Niveau in kleinen Schritten korrigieren

    Das Niveau hebt oder senkt die ganze Kurve, ohne ihre Form zu ändern. Führt Ihr Regler es in Grad, sind Schritte von zwei Grad eine brauchbare Grösse. Es ist die richtige Stellschraube, wenn die Raumtemperatur bei jedem Wetter gleichmässig danebenliegt.

    5

    Nach jeder Änderung zwei bis drei Tage abwarten

    Ein Gebäude reagiert träge. Justieren Sie schon nach einem halben Tag nach, messen Sie die Trägheit des Hauses statt der Einstellung. Massive Bauten brauchen eher drei Tage, Leichtbauten kommen mit zwei aus.

    Welches Symptom auf welche Stellschraube zeigt

    Um die Heizkurve richtig einstellen zu können, muss zuerst klar sein, bei welchem Wetter die Temperatur nicht stimmt. Daraus ergibt sich, ob Steilheit oder Niveau falsch steht. Verändern Sie beides gleichzeitig, verlieren Sie den Bezug und beginnen von vorn.

    Ist es im Herbst bei etwa zehn Grad Aussentemperatur zu warm, an Frosttagen aber angenehm, steht das Niveau zu hoch. Senken Sie die Kurve parallel ab. Weil das auch die Frosttage mit absenkt, die ja bereits passten, gleichen Sie den Verlust dort mit einer leicht erhöhten Steilheit wieder aus.

    Umgekehrt gilt: Ist es in der Übergangszeit angenehm und bei Frost zu kühl, ist die Steilheit zu flach. Hier wird nur der Anstieg erhöht, damit die Vorlauftemperatur bei sinkender Aussentemperatur schneller nachzieht.

    Liegt die Raumtemperatur bei jedem Wetter gleichmässig daneben, ist wieder das Niveau zuständig. Fallen dagegen einzelne Räume dauerhaft aus der Reihe, während der Rest der Wohnung passt, liegt es an der Verteilung im System. Dann ist ein hydraulischer Abgleich fällig, keine Kurvenkorrektur.

    Wann sich der Fachbetrieb lohnt

    Die Heizkurve richtig einstellen lässt sich in vielen Häusern selbst erledigen, und bei einer Gas- oder Ölheizung ist das Risiko einer Fehleinstellung überschaubar. Aufwendiger wird es, sobald mehrere Parameter zusammenspielen: Heizgrenze, Absenkbetrieb, Warmwasserbereitung und bei Wärmepumpen zusätzlich das Taktverhalten.

    In diesen Situationen lohnt sich Unterstützung:

    • Wenn die Anlage taktet, also häufig kurz startet und wieder abschaltet
    • Wenn Vorlauf- und Raumtemperatur nicht zusammenpassen, obwohl die Kurve plausibel eingestellt ist
    • Wenn einzelne Räume kalt bleiben und ein hydraulischer Abgleich ansteht
    • Bei Wärmepumpen mit Pufferspeicher, wo die Regelung mehrere Heizkreise gleichzeitig bedient

    Die Feinabstimmung gehört bei uns zum Heizungsservice und zur jährlichen Wartung. Wir nehmen sie im Rahmen der Wartung vor Ort vor.

    Häufige Fragen zur Heizkurve

    Werte, Wirkungsdauer und die Frage nach der Nachtabsenkung.

    Heizkurve vom Fachbetrieb einstellen lassen?

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